Juden und Christen in Deutschland - Verantwortete Zeitgenossenschaft in einer pluralen Gesellschaft

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Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Germania       13/04/2005

Geleitwort des Präsidenten
Der Gesprächskreis "Juden und Christen" beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken besteht (nun) schon seit über dreißig Jahren. Seine Arbeit hat eine positive Resonanz bei Juden und Christen, in Kirchen und Öffentlichkeit, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus gefunden.Die Auswirkung seiner Schriften, öffentlichen Stellungnahmen, Akademietagungen, der Reisen zu jüdischen Gemeinden ins Ausland, der Arbeit auf Katholikentagen und dem Ökumenischen Kirchentag 2003 sind nicht zu übersehen. Ohne den Gesprächskreis hätte sich das jüdisch-christliche Verhältnis in Deutschland kaum so positiv entwickelt, wäre die Wahrnehmung der jüdisch-christlichen Fragen in der Öffentlichkeit dürftiger.Weil es in der Evangelischen Kirche in Deutschland einen ähnlichen jüdisch-christlichen Dialog gibt, hat die Arbeit des Gesprächskreises auch eine ökumenische Dimension. 1979 veröffentlichte der Gesprächskreis die Erklärung "Theologische Schwerpunkte des jüdisch-christlichen Gesprächs", in der er sein theologisches Programm darlegte.
Nun kann er der Öffentlichkeit eine neue Theologische Erklärung übergeben, die an die Schrift von 1979 anschließt und sie weiterführt. Wir hoffen, dass sie auf die gleiche Resonanz stößt.Dem Gesprächskreis gilt der Dank des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.Prof. Dr. Hans Joachim MeyerPräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Vorwort des Vorsitzenden 1979 erschien unsere Erklärung "Theologische Schwerpunkte des jüdisch-christlichen Gesprächs".
Sie war Frucht jahrelanger leidenschaftlicher Diskussionen, bis wir sie einmütig verabschieden konnten. Noch heute ist sie Grundlage unserer Arbeit. Nicht nur humanitäre Erwägungen führen uns zusammen, wir sind vielmehr um Gottes willen miteinander verbunden. Dabei reicht es uns nicht, dass Christen sich auf ihre jüdischen Wurzeln aus biblischer Zeit berufen. Wir wollen mehr. Der Dialog verlangt Zeitgenossenschaft zwischen heutigen Christen und heutigen Juden.
Diese Bewegung aufeinander zu soll sich in Zukunft noch stärker auf die gemeinsame Verantwortung für unsere gefährdete Welt und Gesellschaft konzentrieren. Nach 25 Jahren greifen wir erneut dieselbe Frage wie damals auf: Welchetheologischen Schwerpunkte sind für das christlich-jüdische Gesprächheute vordringlich? Die Antwort kann nicht die bloße Bekräftigung derfrüheren Stellungnahme sein. Denn die gegenwärtige religiöse und gesellschaftlicheSituation ist nicht mehr so wie vor 25 Jahren. Auch die Gesprächspartnerund Themen haben sich geändert. Deshalb versuchen wireine neue Standortbestimmung.
Anregung und Ermutigung für seine Arbeit erhielt der Gesprächskreis aufzwei Klausurtagungen in der Katholischen Akademie Bayern in München(2003 und 2004). Allen Gästen und Gesprächsteilnehmern danken wirfür kritische und weiterführende Gesprächsbeiträge.

Prof. Dr. Hanspeter HeinzVorsitzender des Gesprächskreises "Juden und Christen" beim ZdK


I. Juden und Christen sind nicht mehr dieselben

1. Mehr Juden im wiedervereinigten DeutschlandDie Zeit der "gepackten Koffer" ist vorbei
Gemessen an der Zahl von ca. 100.000 Gemeindemitgliedern ist die öffentlicheWahrnehmung von Juden und jüdischen Institutionen in derBundesrepublik Deutschland erstaunlich groß. Antisemitismus wird vonder politischen Elite und den Mainstream-Medien im Allgemeinen registriertund mit Entschiedenheit zurückgewiesen. Gelegentlich fällt geradezudemonstratives Interesse und Wohlwollen politisch und gesellschaftlichVerantwortlicher für die Entwicklung jüdischen Lebens imLande auf. Subtile Formen der Judenfeindschaft werden wenigerbeachtet.Migranten aus den GUS-Staaten, die seit dem Zusammenbruch der Sowjetunionals jüdische "Kontingentflüchtlinge" hierzulande aufgenommenwurden, erfahren im Allgemeinen Akzeptanz. Diese Migrationswelleführte zu einem starken Wandel in der jüdischen Gemeinschaft.Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten vor allem die aus Osteuropa aufdeutschem Territorium verbliebenen Schoa-Überlebenden, die "Gründerväter"und "Gründermütter" der jüdischen Nachkriegsgemeinden, inder deutschen Öffentlichkeit ein besonderes Gewicht. Sie werden in wenigenJahren ihre Stimme nicht mehr erheben können. Die in Deutschlandsozialisierte Nachkriegsgeneration und deren Kinder rücken in repräsentativePositionen in den Gemeinden nach. Noch immer sind vieleder in zweiter und dritter Generation in Deutschland geborenen Jüdinnenund Juden durch die NS-Verfolgung verunsichert, so dass man voneinem generationsübergreifenden Trauma sprechen kann.Sicherheitsprobleme in den Gemeinden, vor allem auch die Sorge vorterroristischen Anschlägen, erzeugen nach wie vor Angst und Unsicherheit.Das hat zur Folge, dass seit längerem und auf unabsehbare Zukunftalle jüdischen Gemeindehäuser gegen Anschläge gesichert werden müssen.Mit dem Generationenwechsel verstärkt sich in den jüdischen Gemeinden die Auffassung, dass die Verteidigung gegen terroristische Übergriffe eine Sache der ganzen deutschen Gesellschaft ist.Trotz aller Probleme ist die Epoche der "gepackten Koffer", in der Judenunsicher waren, ob sie in der Bundesrepublik Deutschland dauerhaft bleibenwollten, zu Ende. Neubauprojekte für Synagogen und Gemeindezentrenwurden in Angriff genommen und vollendet. Die öffentliche Wahrnehmungjüdischer Kultur verstärkte sich. Die seit dem Ende des ZweitenWeltkrieges in der jüdischen Welt weit verbreiteten Ressentimentsgegen die in Deutschland lebenden Juden konnten weitgehend abgebautwerden. Seitdem wächst die weltweite Akzeptanz und zugleich auch dasSelbstbewusstsein der deutschen Juden.
Als Resümee kann man festhalten: Das Judentum steht trotz vieler großerSchwierigkeiten vor neuem Leben in Deutschland - eine Entwicklung,die vor wenigen Jahrzehnten niemand auch nur im Traum für möglich gehaltenhätte. In vielen Städten, in denen lange keine Juden und Jüdinnenlebten, gibt es wieder jüdische Aktivitäten, an denen sich auch junge Juden und Jüdinnen beteiligen. Das sind Zeichen der Hoffnung.

Die Einheitsgemeinden repräsentieren nicht mehr alleGemeinden
Bis Ende der 1980er Jahre zählten die jüdischen Gemeinden in der altenBundesrepublik etwa 25.000 Mitglieder. Viele Gemeinden waren überaltert.
Die Zuwanderung von Migranten aus den GUS-Staaten hat demdrohenden demographischen Verlöschen ein Ende gesetzt. So erhöhtesich die Mitgliederzahl der jüdischen Gemeinden in der BundesrepublikDeutschland auf etwa 100.000. Vermutlich leben darüber hinaus inDeutschland noch etwa 50.000 Juden, ohne Mitglieder der Gemeindenzu werden. Unter den Zuwanderern sind viele junge Menschen. Die soziale,wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Integration der Zuwandererwurde zur zentralen Aufgabe der Gemeinden. Bis heute ist ihre Hilfe beiWohnungssuche, Fortbildung, Behördengängen, Spracherwerb u. a. notwendig.Diese neuen Aufgaben sind Herausforderungen, die den jüdischenGemeinden zugleich Chancen für die Zukunft eröffnen. DieGemeinden sind bereit, diese Chancen zu nutzen und ihreVerantwortung wahrzunehmen.
Viele der in Deutschland lebenden Juden nehmen engagiert Anteil amGeschick des Staates Israel und unterstützen ideell und finanziell israelischeEinrichtungen. Andere haben zum Staat Israel ein eher ambivalentesVerhältnis.Seit den 1990er Jahren entwickelte sich im jüdischen Leben in Deutschlandein neuer Pluralismus. Vor der Massenvernichtung gab es inDeutschland im Wesentlichen liberales und orthodoxes Judentum. Heutegibt es neben diesen beiden traditionell vorhandenen Gruppen undden säkularen Juden noch andere Gruppierungen. Dazu gehören zumBeispiel die "Lubawitscher Chassidim", die innerjüdische Missionsarbeitbetreiben. Die "Union progressiver Juden" (1997) hat sich inzwischen miteiner Reihe von Mitgliedsgemeinden rechtlich konsolidiert. Das 1999 gegründeteAbraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam dient derAusbildung liberaler Rabbiner.
Seit 1979 existiert die Hochschule fürJüdische Studien in Heidelberg.Diese jüdische Vielfalt sollte von christlichen Gemeinden stärker wahrgenommenwerden. Falsche religiöse Erwartungen an die hier lebendenJuden müssen ein Ende haben. Dazu zählt die Annahme, dass alle Judendie Speisegesetze und den Schabbat in orthodoxer Weise beachten. Einesolche Sicht kommt aus der irrigen Voraussetzung, das orthodoxe Judentumsei allein als "echt" anzusehen. Es macht aber nur 6 - 10 % der jüdischenWeltbevölkerung aus. Aufklärung ist nötig, um eine realistischeund unbefangene Beziehung zwischen Juden und Christen herzustellenund in den Juden und im Judentum nicht etwas "Exotisches" zu sehen.Die Erinnerung an die Schoa muss auch in Zukunft gewahrt bleiben. SalomonKorns Wort gilt: Für unsere und die nächste Generation wird "dasAnormale normal" sein.

2. Weniger Christen vor größeren Aufgaben
Seit 1979 hat sich auch die Lage der Christen und der Kirchen inDeutschland wesentlich verändert.Die Wiederherstellung der deutschen Einheit im Jahr 1990 stellt imRückblick auch für die Christen einen entscheidenden Wendepunkt dar.Obwohl vor allem evangelische Christen einen großen Anteil an der Wende hatten, haben die Kirchen seitdem weiter an gesellschaftlichemRückhalt verloren. Seitdem hat sich in Deutschland der Anteil derNicht-Gläubigen, der Agnostiker, der esoterisch Orientierten und derreligiös Indifferenten erheblich vergrößert. Damit setzte sich für die Kirchenein Bedeutungsverlust fort, der die christlichen Gemeinden schonfrüher mit den gesellschaftlichen Phänomenen der Pluralisierung,Individualisierung und Säkularisierung belastete.Diese neue Situation sollte für Juden und Christen trotz aller Differenzenzum Anlass werden, stärker als bisher gemeinsam aufzutreten. Die sichneu bietenden Möglichkeiten dürften noch kaum ausgelotet sein, z.B. beidem Streit um den Gottesbezug in der Europäischen Verfassung oder inökologischen, bioethischen, sozial- und familienpolitischen Fragen.Nach dem 11. September 2001 wurden die monotheistischen Religionenals politische Faktoren neu wahrgenommen und zogen die verstärkteAufmerksamkeit der Medien auf sich. Zurzeit absorbiert die Bedrohungder westlichen Gesellschaften durch islamistischen Terror alle Aufmerksamkeit.Dadurch gerät der interreligiöse Dialog zwischen Judentum,Christentum und Islam unter erheblichen Druck.Seit der zweiten Intifada im Jahr 2000 wird das jüdisch-christliche Gesprächdurch den Nahostkonflikt belastet. Die weit verbreitete Kritik ander Politik der israelischen Regierung überschreitet oft die Grenzen zuFormen des Antisemitismus, die als längst überwunden galten. Die Kritikchristlicher Gesprächspartner an der israelischen Politik sollte dagegenimmer von einer grundsätzlichen Solidarität mit dem Staat Israel und seinenMenschen getragen sein. Wo dies nicht der Fall ist, gerät derjüdisch-christliche Dialog in eine gefährliche Krise.

3. Das Gedenken für die vierte Nachkriegsgeneration sichern

Auf jüdischer und auf christlicher Seite hat mit den heute 30- bis 45-Jährigendie dritte Generation nach der Schoa die Bildfläche betreten. Manchenehmen mit großem Interesse an der jüdischen und christlichen Geschichteeinen neuen Anlauf zur historischen Erforschung und theologischenBewertung der Schoa. Sie wollen einen Dialog ohne überzogeneErwartungen an einen künftigen "Konsens".
Das Gespräch zwischen den nachwachsenden jüdischen und christlichenGenerationen enthält eine bedeutende Chance für die Bewahrung der Erinnerung an die Schoa.
Christliche und jüdische Gemeinden sollten esnach Kräften fördern und es nicht angesichts ihrer internen Probleme(Mitgliederschwund und Finanzmisere der Kirchen, Integration undwachsende Pluralisierung der jüdischen Gemeinden) ins Hintertreffengeraten lassen. Hierzu gehört auch eine Offenheit für neue Fragestellungen,mit denen jüngere Menschen nach dem spezifischen Zugang ihrerGeneration zur Geschichte der Schoa suchen. Das absehbare Aussterbender Überlebenden und Zeugen der Schoa wird die Formen des Gedenkensund Erinnerns grundlegend verändern. Neue Formen der medialenVermittlung (Video-Dokumentationen, Spielfilme, Literatur, interaktiveUnterrichtsmedien usw.) und des öffentlichen Gedenkens werdendabei eine wichtige, kritisch zu begleitende Rolle spielen. Zugleich istdeutlich, dass die unvoreingenommene Begegnung mit den jüdischenNachbarn und das freie Gespräch zwischen Juden und Christen über dieSchoa auch in Zukunft durch nichts zu ersetzen sind. Nur so kann einangemessenes Gedenken auf Dauer gesichert werden.

II. Fort-Schritte - trotz Stolpersteinen

1. Der Papst geht voran
Das Zweite Vatikanische Konzil hat programmatisch eine neue Verhältnisbestimmungder katholischen Kirche zum jüdischen Volk gewagt. InTat und Wort hat Johannes Paul II. dieser Wende den Weg in die Zukunftgebahnt. Die Aussagen des kirchlichen Lehramtes sowie eine intensiveDiskussion in der Theologie - vergleichbare Entwicklungen gibt es auch inden evangelischen Kirchen - lassen sich in wenigen Kernsätzenzusammenfassen:o Keine Bundestreue Gottes allein zur Kirche, sondern genausozum jüdischen Volk. Deshalb sind Christen und Juden gleichermaßen berufen, sich als "Volk des Bundes" zu verstehen und"Licht der Völker" (Jes 49,6; Mt 5,14) zu sein. Keine Katechese des christlichen Glaubens ohne Einführung indie lebendige Tradition des Judentums.
o Keine Versöhnung mit Gott ohne Anerkennung der kirchlichenSchuldgeschichte gegenüber dem jüdischen Volk.
o Kein Begreifen der biblischen Offenbarung ohne Lektüre des Alten Testamentes und ohne Ernstnahme der jüdischen Lesarten.
Diese Aussagen mögen für das überkommene Glaubensverständnis von Christen irritierend sein. Sie verlangen eine Neubestimmung der christlichenIdentität. Dazu hat das Zentralkomitee der deutschen Katholikenmit seinem Gesprächskreis "Juden und Christen" zahlreiche Beiträge geleistet.Die Initiativen und Lehräußerungen von und unter Johannes PaulII. haben viele Bemühungen des Gesprächskreises vertieft und gefestigt.Dazu einige Stichworte: "Dialog verlangt Zeitgenossenschaft" lautet einezentrale These unserer Theologischen Erklärung von 1979. In dieser Intentionsucht die Kirche das Gespräch mit dem Judentum der Gegenwartund will dessen Selbstverständnis hören. Denn "um Gottes willen" sindwir miteinander verbunden. Bei seinem ersten Deutschlandbesuch 1980formulierte der Papst vor Vertretern des Zentralrats der Juden und derRabbinerkonferenz in Mainz als Grundregel für die katholische Theologie:"Die erste Dimension des [christlich-jüdischen] Dialoges, nämlich dieBegegnung zwischen dem Gottesvolk des von Gott nie gekündigten AltenBundes und dem des Neuen Bundes, ist zugleich ein Dialog innerhalbunserer Kirche, gleichsam zwischen dem ersten und zweiten Teil ihrerBibel." Voraussetzung ist die Erkenntnis dessen, was theologisch im AltenTestament "von eigenem und bleibendem Wert ist,…da dies durch diespätere Interpretation im Licht des Neuen Testaments…nicht entwertetwird.…Eine zweite Dimension unseres Dialogs - die eigentliche undzentrale - ist die Begegnung zwischen den heutigen christlichen Kirchenund dem heutigen Volk des mit Mose geschlossenen Bundes. Hierbeikommt es darauf an, dass die Christen …lernen, welche Grundzüge fürdie gelebte religiöse Wirklichkeit der Juden nach ihrem eigenenVerständnis wesentlich sind."1974 und 1985 veröffentlichte die vatikanische Kommission für die religiösenBeziehungen zu den Juden zwei Erklärungen.
Das Dokument zur Darstellung von Juden und Judentum in Predigt und Katechese von 1985kritisiert die weit verbreitete Unkenntnis der Traditionen des Judentumsund fordert die Christen auf, diese Traditionen, "wie sie jetzt noch bekanntund gelebt werden", zu berücksichtigen. Zum schulischen Bereichhat auch der Gesprächskreis einen Beitrag geliefert: Das von ihm angeregteund an der Universität Freiburg durchgeführte Projekt "LernprozessJuden Christen" hat seit 1980 zu einer Revision der Schulbücher undkommentierten Bibelausgaben in Deutschland geführt.
Der Besuch von Johannes Paul II. in der Großen Synagoge Roms im Jahr1986 war der erste Besuch eines Papstes in einer Synagoge. Er wurde inder öffentlichen Wahrnehmung als historisches Ereignis auf dem Wegder Annäherung der katholischen Kirche an das Judentum gewürdigt.Der Papst wollte ein Zeichen dafür setzen, "dass die alten Vorurteileüberwunden werden und man Raum gibt für eine immer vollere Anerkennungdes 'Bandes' und jenes 'gemeinsamen geistigen Erbes', die zwischenJuden und Christen bestehen". Seine Ansprache gipfelte in denWorten: "Ihr seid unsere bevorzugten Brüder und, so könnte man gewissermaßensagen, unsere älteren Brüder." Dem Kontakt dienten die Reisendes Gesprächskreises zu den jüdischen Gemeinden in Israel, denUSA, Polen, Ungarn, Frankreich und Tschechien.50 Jahre nach der Reichspogromnacht verfasste der Gesprächskreis1988 die Erklärung "Nach 50 Jahren - wie reden von Schuld, Leid undVersöhnung?". Kein anderer unserer Texte fand eine so starke Resonanzund weite Verbreitung. Der Papst hat die Problematik der langen christlichenSchuldgeschichte im Heiligen Jahr 2000 durch das Schuldbekenntnisim Petersdom öffentlich zum Ausdruck gebracht. Eine der Vergebungsbittengalt dem Verhältnis der Kirche zu Israel. Die Juden werden als "dasVolk des Bundes und der Lobpreisungen" aner-kannt. Das war ein weltweitbeachtetes Zeugnis des kirchlichen Versöhnungswillens. Auch dieanschließende Pilgerreise des Papstes ins Heilige Land war von hohersymbolischer Bedeutung. Er besuchte die Gedenkstätte für die sechs Millionenermordeten Juden Yad Vaschem in Jerusalem. An der Westmauerhinterlegte er einen Gebetszettel, dessen Text mit der Vergebungsbittevon St. Peter identisch ist: "Gott unserer Väter, Du hast Abraham undseine Nachkommen auserwählt, Deinen Namen zu den Völkern zu tragen.Wir sind zutiefst betrübt über das Verhalten aller, die im Laufe der Geschichte Deine Söhne und Töchter leiden ließen. Wir bitten umVerzeihung und wollen uns dafür einsetzen, dass echte Brüderlichkeitherrsche mit dem Volk des Bundes."

2. Hindernisse auf dem Weg
Leider sind in den letzten Jahren auch etliche Vorkommnisse zu beklagen,die nicht in die insgesamt erfreuliche Entwicklung passen. Drei Beispielemögen das belegen.Der "Katechismus der Katholischen Kirche", der 1992 erschien, wurdevom Gesprächskreis kritisiert. Zwar fällt er dort, wo er direkt auf das Judentumzu sprechen kommt, nicht hinter die Aussagen des Konzils überdie Juden zurück, er bleibt aber hinter den Erwartungen zurück, die manheute an einen Katechismus stellen muss. Gewiss ist er nicht bewusst antijüdisch,wohl aber ajüdisch, d. h. ein Dokument, in dem die Juden nichthinreichend berücksichtigt werden. Der Katechismus tut sich offensichtlichschwer, das nachbiblische Judentum als eigenständige heilsgeschichtlicheGröße neben der Kirche anzuerkennen und spricht an vielen Stellenso von der Kirche, als gäbe es das Judentum nicht, obwohl die Rede überdie kirchliche Bindung an das Judentum jeweils der Sache nach gebotenist.Der Vatikanischen Erklärung "Wir erinnern - eine Reflexion über dieSchoa" (1998) geht es um den historischen Hintergrund des Antisemitismus,der Schoa und der neueren Erscheinungsformen des Antisemitismus.Dem Gesprächskreis erschien zwar die Unterscheidung von Antijudaismusund Antisemitismus und das Bemühen, an historische Schuld derChristenheit zu erinnern, berechtigt. Er kritisierte aber die fragwürdigetheologische Differenzierung zwischen der unangetasteten Heiligkeit derKirche und der Schuld ihrer Mitglieder. Insgesamt stellte er eine apologetischeTendenz in der Geschichtsdarstellung fest und sah darin einenRückschritt gegenüber der Erklärung der deutschen und österreichischenBischöfe "Die Last der Geschichte annehmen" von 1988 sowiegegenüber der Erklärung französischer Bischöfe von 1997.Die gleichzeitige Seligsprechung der beiden kirchenpolitisch so unterschiedlichenPäpste Pius IX. (1846-1878) und Johannes XXIII.(1958-1963) scheint zwei gegenläufige kirchliche Tendenzen zu bedie-nen. Während Johannes XXIII. das Zweite Vatikanische Konzil einberufenund sich selbst für ein erneuertes Verhältnis der Kirche zu den Judeneingesetzt hat, ist der Papst des Ersten Vatikanischen Konzils, Pius IX.,wegen offener antijüdischer Äußerungen und Handlungen zu kritisieren.Seine Seligsprechung ist nicht nur im Gesprächskreis auf Unverständnisgestoßen.

3. Christen und Juden lesen dieselbe Bibel anders
Nach der dogmatischen Konstitution "Dei Verbum" des Zweiten VatikanischenKonzils gibt es in der katholischen Bibeltheologie einen Frühling.Die neuen exegetischen Erkenntnisse wurden in offiziellen Erklärungender Päpstlichen Bibelkommission berücksichtigt. Zu nennen ist vor allem"Das jüdische Volk und seine Heilige Schrift in der christlichen Bibel"(2001). In Weiterführung der früheren Erklärungen heißt es hier: "WirChristen können und müssen zugeben, dass die jüdische Lesung der Bibeleine mögliche Leseweise darstellt, die sich organisch aus der jüdischenHeiligen Schrift der Zeit des Zweiten Tempels ergibt, in Analogie zurchristlichen Leseweise, die sich parallel entwickelte. Jede dieser beidenLeseweisen bleibt der jeweiligen Glaubenssicht treu, deren Frucht undAusdruck sie ist. So ist die eine nicht auf die andere rückführbar." Dasverweigerte Ja Israels zu Jesus von Nazaret kann auch von Christen alsTreue zur jüdischen Tradition gewertet werden. Ebenso werden die jüdischeTreue zu den eigenen Heiligen Schriften und die jüdische Erlösungshoffnungin ihrem theologischen Wert anerkannt. Mit Recht betont dasDokument auch, dass das christliche Verständnis des Alten Testamentsauf der Einsicht in die Mehrdimensionalität menschlicher Rede beruht, sodass die Pluralität der Textdeutungen konstitutiv für Bibelauslegung ist.Jüdische Wissenschaftler haben christlichen Theologen und Religionspädagogen Hilfe geleistet und den christlichen Partnern zu einer besserenWahrnehmung des Judentums in seiner Vielfalt und Lebendigkeit verholfen.Seit Jahren erscheinen Kommentarbände zur Hebräischen Bibel,an denen jüdische Fachleute mitwirken. Rabbinische Zugänge lassen diesebiblischen Bücher für christliche Leser in neuem Licht erscheinen. Seit1973 erscheint die Reihe "Jüdische Schriften aus hellenistisch-römischerZeit", bei der die Schriften des griechischen Alten Testaments (Septuaginta)von großer Bedeutung sind, da alle neutestamentlichen Verfasser diese Texte mit ihren theologischen Vorstellungen rezipiert haben. VieleMissverständnisse im christlich-jüdischen Dialog entstehen, weil Judenihre heiligen Schriften in hebräischer Lesart verstehen und Christen dasNeue Testament griechisch geprägt lesen mit den aus dem griechischemJudentum rezipierten Vorstellungen etwa zum Gottesbild (Wort Gottes,Weisheit Gottes), zur Schöpfung (aus dem Nichts), zur Auferweckung(des Einzelnen im Tode). Die Lektüre des griechischsprachigen Judentumserleichtert eine Verständigung zwischen Juden und Christen. In derAuslegung des Neuen Testaments wird immer konsequenter darauf geachtet,antijüdische Klischees zu vermeiden, die Jesusbewegung als eineRichtung des damaligen Reformjudentums zu verstehen und die Defiziteeiner ajüdischen Bibellektüre zu vermeiden.

4. "Dabru Emet" - Jüdische Gelehrte betreten Neuland
Juden haben wesentlichen Anteil daran, dass sich seit Jahrzehnten dasVerhältnis zwischen Christen und Juden trotz mancher Rückschläge erstaunlich positiv entwickelt hat.
o In unserem Gesprächskreis diskutieren Juden und Christen aktuelle religiöse, theologische, historische und auch politischeFragen.
o "In den angelsächsischen Ländern und darüber hinaus gibt es seitJahrzehnten eine erfreuliche Kooperation zwischen Christenund Juden im Blick auf aktuelle gesellschaftliche und politischeAufgaben.
o "Nationale und internationale jüdische Organisationen habensich verschiedentlich zu den Stellungnahmen und vertrauensbildenden Maßnahmen seitens der christlichen Kirchen anerkennend geäußert.Die Erklärung "Dabru Emet - redet Wahrheit" vom 10. September 2000,der sich inzwischen etwa 300 jüdische Persönlichkeiten angeschlossenhaben, geht noch einen Schritt weiter. Ohne den Anspruch zu erheben,verbindliche jüdische Autorität zu besitzen, repräsentieren die Autorenund Mitunterzeichner ein breites Spektrum des heutigen Judentums inden USA. Doch ist nicht zu übersehen, dass "Dabru Emet" in vielen jüdischen Kreisen noch kaum auf Resonanz gestoßen ist und von manchenJüdinnen und Juden auch heftig kritisiert wird.Neuland betritt "Dabru Emet" mit der Erwartung, dass auch jüdischerseitsmehr Interesse an einem theologischen Dialog mit Christen entstehen möge. Die Hauptanliegen lauten:
o Es gibt Annäherungen und Übereinstimmungen zwischen Judenund Christen. In aller Klarheit wird festgestellt, dass beide denselben Gott anbeten, sich auf dasselbe Buch, die Bibel, stützen,die moralischen Prinzipien der Tora anerkennen und eine gemeinsame Verantwortung für die Welt haben.
o Auch "heiße Eisen" werden angepackt. Die unaufhebbaren Unterschiede zwischen Juden und Christen im Gottes-, Bibel- undErlösungsverständnis oder die lange kirchliche Judenfeindschaftund das problematische Verhältnis der Kirchen zum Nationalsozialismus werden unmissverständlich dargestellt.o Der Text sagt deutlich, dass Juden von Christen endlich Verzichtauf die Judenmission und Anerkennung ihrer religiösen Eigenständigkeit erwarten.o Es werden Perspektiven einer gemeinsamen Zukunftshoffnungaufgezeigt und gemeinsame Aufgaben für die Welt benannt."Dabru Emet" ist ein Dokument, das zu einem bedeutenden Impuls fürdie Weiterentwicklung des jüdisch-christlichen Verhältnisses werdenkann.

III. Über Strittiges muss gestritten werden

1. Gottes Bund mit Israel ist nicht gekündigt

Während früher in der Kirche undifferenziert gelehrt wurde, dass es außerhalbder Kirche und ohne Christus kein Heil gebe ("extra ecclesiamnulla salus"), hat sich das Zweite Vatikanische Konzil in "Nostra aetate"das biblische Bekenntnis zu Eigen gemacht, dass Gott das Heil aller Menschen (1 Tim 2,4), ja der ganzen Welt (Joh 3,17) will. Von daher sind Sätzewie "Niemand kommt zum Vater außer durch mich" (Joh 14,6, ähnlichApg 4,12; anders Mt 7,21) neu zu gewichten. Diese veränderte Einstellungder Kirche führte zu einer Neubewertung aller Weltreligionen. Inder nachkonziliaren Debatte um deren Bedeutung wurde allerdings nichtselten die theologische Sonderstellung des Judentums eingeebnet unddas Judentum pauschal den nichtchristlichen Religionen gleichgeordnet.Der Gesprächskreis wendet sich gegen diesen Trend und tritt entschiedenfür die unverwechselbare und unaufgebbare Beziehung des Christentumszum "Israel Gottes", d. h. zum vorchristlichen und nachbiblischenJudentum, ein. Er stützt sich dabei unter anderem auf die Kapitel 9-11 desRömerbriefes, in denen der Apostel Paulus sagt, dass Gott unwiderruflichzu seinen Verheißungen steht (Röm 9,4). Paulus ist überzeugt, dassseine Verkündigung identisch ist mit der der Propheten (Röm 1,2). Alleindurch Glauben werden Juden und Nichtjuden gerettet (Röm 1,16f). AmEnde wird sich Gott aller erbarmen (Röm 11,32). Das gilt für Israel undfür die Heidenvölker.Obwohl Paulus die Brücke zur Rettung der Heidenvölker vor allem imvorsinaitischen Bund Gottes mit Noach und Abraham sieht, vernachlässigter nicht die Bedeutung des Sinaibundes (Ex 19-20) und des vom ProphetenJeremia verkündeten Neuen Bundes (Jer 31,31-34) für Israel, zumalGott selbst in seiner Bundestreue diese Bundesschlüsse zu ihrerVollendung führen wird. Paulus betont, dass Israel die Bundesschlüsse,die Tora und den Gottesdienst weiterhin besitzt (Röm 9,4). Somit behaltendie Verheißungen Gottes - unabhängig davon, ob Israel zum Glaubenan Jesus kommt oder nicht - ihre GültigkeitVor diesem Hintergrund ist die von Papst Johannes Paul II. geprägte undinzwischen in der Kirche verbreitete Rede vom "niemals gekündigtenBund" zu verstehen. Sie ist geeignet, die Treue Gottes zum erwähltenVolk, und das heißt auch zum heutigen Judentum, herauszustellen.Paulus war allerdings nicht der Meinung, mit diesen Darlegungen alle Problemedes Verhältnisses von Jesusgemeinden und dem "Israel Gottes" gelöstzu haben. Am Schluss seiner Ausführungen beruft er sich auf Gottesabgrundtiefe Weisheit und unergründliche Wege des Heiles (Röm11,33-36). Deshalb sollte auch der jüdisch-christliche Dialog der Gegenwart nichtversuchen, umfassende Lösungen für alle theologischen Probleme anzustreben.Er kann aber sehr wohl dazu beitragen, dass sich Juden undChristen im Lobpreis der unbeirrbaren Treue Gottes einander - unvergleichbar mit den übrigen Religionen - nahe wissen dürfen.

2. Judenmission darf es nicht mehr geben!

Wenn Gott nach den Worten des Paulus je verschieden Juden undNichtjuden in sein Erbarmen einschließt, dann müssen wir heute dankbaranerkennen, dass weder die einen noch die anderen vom Heil ausgeschlossensind. Gott ist es, der selbst den Weg und das Verständnis desEvangeliums erschließt. Deshalb vertritt der Gesprächskreis mit großemNachdruck die Überzeugung, dass es eine Judenmission nicht geben darf.Dafür gibt es neben den gewichtigen biblischen Begründungen auch historischeGründe. Die Judenmission war in vielen Phasen der Geschichtemit Unterdrückung, Gewalt und Zwang seitens der Christen verbundenund hat große Teile des jüdischen Volkes in schreckliche Ängste versetzt.Allein diese unheilvolle Geschichte erklärt und rechtfertigt schon hinreichenddie heutige Ablehnung der Judenmission. Auch Christen muss inzwischenklar geworden sein, dass der lange, mit vielen Opfern verbundeneWiderstand der Juden gegen die Missionierung sich unter anderemdadurch erklärt, dass die meisten Juden fest in ihrer Überzeugung standen,im Bund Gottes zu leben und mit der Tora den Weg zu kennen undzu gehen, der ihnen von Gott bestimmt ist.Die entschiedene Ablehnung der Judenmission besagt aber nicht, dasssich Judentum und Christentum gegeneinander abschließen müssen. ImGegenteil. Sie gewinnen die Freiheit, sich gegenseitig Rechenschaft überihren Glauben zu geben. Paulus spricht davon, dass "ganz Israel gerettetwird" (Röm 11,26f), wenn der Erlöser aus Zion kommt. Darüber kannsich die Christenheit freuen, ohne ihre eigene Heilshoffnung für Israel insSpiel bringen zu müssen.

3. Auch das Trennende gehört in den Dialog: Jesus Christus
Der Glaube an Jesus Christus ist dem nachbiblischen Judentum fremdoder erscheint ihm sogar abwegig. Können hier neue Brücken zueinander gebaut werden? Die Frage ist dann zu bejahen, wenn zwei Voraussetzungen klar gelten:
o Jesus Christus ist nach christlichem Bekenntnis das "Ja undAmen" (2 Kor 1,20) der unwiderruflichen Treue Gottes zuIsrael und der ganzen Welt.
o Dennoch gibt es - um der Treue desselben Gottes willen -ein Heil für Israel ohne Glauben an Jesus Christus.Das Aporetische der beiden Aussagen ist der abgründigen Weisheit Gottes(vgl. Röm 11,25-36) anheim zu geben, Es kann nach Franz Rosenzweigerst gelöst werden, wenn sich das erste Wort (der Schöpfung) als dasletzte Wort (der Erlösung) erwiesen haben wird.Jesus gehört im christlichen Glauben in das Zentrum des Glaubens anGott, während sich für Juden die Frage nach der Bedeutung Jesu nicht vonihrem Gottesverständnis her stellt. Dennoch gehört Jesus in das jüdisch-christliche Gespräch. Dabei muss die christliche Seite aufgrund ihrerChristologie daran interessiert sein, Missverständnissen vorzubeugen.Die christliche Jesusinterpretation darf nicht bei dem historischenJesus stehen bleiben. Sie darf auch nicht nur eine dogmatische Christologieentwickeln, die von einer Menschwerdung Gottes so spricht, als würdeJesus den Schöpfergott des Alten Testaments ersetzen. Das Gegenübervon Jesus und dem Gott Israels und zugleich die Einheit Jesu mit demVater (Joh 17,11) bilden das Fundament der christlichen Trinitätslehre,die nach christlichem Glauben dem Bekenntnis zum Einen Gott nichtwiderspricht.Eine entscheidende Rolle für das Verständnis dessen, was mit derMenschwerdung des Wortes Gottes gemeint ist, spielt das Konzil vonChalkedon (451). Es sagt, Jesus Christus sei wahrhaft Gott und wahrhaftMensch ("vere Deus" und "vere homo"). Danach kann im Menschen Jesus,seinem Leben, seiner Person wirklich das Wort Gottes ("Logos") gehörtwerden. Darum darf seinem Menschsein nichts genommen werden.Aber umgekehrt kann diese Selbstentäußerung Gottes nicht bedeuten,dass es sich bei Jesus nicht um Gottes Selbstmitteilung handelt. VollkommeneGöttlichkeit und vollkommenes Menschsein behalten ihre Eigenartund dürfen nicht ineinander verschmolzen werden. Die Einigung von Logos und Mensch hat gerade die bleibende Differenz von Schöpfer und Geschöpfzur Voraussetzung. Nur wenn man von der formalen Klarheit desfrühkirchlichen Christusbekenntnisses ausgeht, lassen sich Missverständnisse vermeiden.Für das Gespräch ist die Menschlichkeit Jesu von besonderer Bedeutung.Jesus ist es, der dem Gott Israels und dem heilsbedürftigen Menschen seineHingabe bis in den Tod darbietet. Er ist Heiland, indem er uns denWeg des Heiles zu gehen lehrt. Er ist es, der in Gottes Gestalt war undsich selbst erniedrigt hat bis zum Tod (Phil 2,6-8). In ihm ist die "Güte undMenschenfreundlichkeit" Gottes erschienen (Tit 3,4). Sie ist ein Zeichender Treue Gottes zu seiner Welt. Sie leuchtet in seinem Leben und in seinemSterben auf und erhält in seiner Auferweckung das Siegel der TreueGottes.Fragt man nach Vorstellungen im Judentum, die mit der Christologiestrukturähnlich sind, dann bieten sich nur solche an, die von der HinneigungGottes zu Welt und Menschen reden. Diese sind im frühen Judentumzahlreich und zentral, wobei aber eine Identität mit einem Menschenausgeschlossen blieb.

4. Das Ärgernis einer unerlösten Welt
Christen sehen im Leben, Sterben und Auferstehen Jesu den von Gottselbst gelegten Grund ihrer Erlösung (2 Kor 5,18f). Dieser Glaube, denJuden nicht teilen, wird durch den unerlösten Zustand der Welt auf eineharte Probe gestellt, gerade nach dem Holocaust im 20. Jahrhundert.Nach wie vor gibt es Schuld, Leid und Tod. Nach wie vor leben weder Israelnoch die Welt in Frieden, obwohl man doch gerade dies vom MessiasGottes erwarten müsste.Ein erstes Licht auf dieses schwierige Problem wirft wiederum Paulus,wonach "die gesamte Schöpfung seufzt und in Geburtswehen liegt bisheute" (Röm 8,22). Ihm zufolge ist uns das Heil nur in der Gestalt derHoffnung auf die universale Vollendung gegeben.Auch Juden haben die Hoffnung auf die Vollendung der ganzen Welt (tikkunha olam), die auf den Verheißungen Gottes basiert. Dieses gemeinsame Bekenntnis zum Gott der unwiderruflichen Verheißungen ist im Blickauf die unerlöste Welt von hoher Bedeutung.Wichtiger als alle theoretischen Überlegungen zu Leid und Erlösung istjedoch der Verweis auf die Lebenspraxis von Juden und Christen, wennsie den Leidenden konkrete Hilfe und Zuwendung zukommen lassen.Das ist der Sinn des biblischen Liebesgebots. Das ist die Botschaft derPropheten, die sich im Namen Gottes zum Anwalt der Waisen und Witwengemacht und öffentlich das von den Mächtigen und Reichen verursachteUnrecht angeklagt haben. Auch die Evangelien zeigen durchgängig,wie Jesus gegen Leid und gegen Ungerechtigkeit angegangen ist. Am Tagedes Gerichtes gilt für ihn allein der Maßstab: "Was ihr für einen meinergeringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan" (Mt 25,40). Darinweiß er sich mit den Propheten Israels eins (Jes 58,1-14). Jesu Ethik warnämlich jüdische Ethik. Aus diesem biblischen Befund ergibt sich als zentraleAufgabe von Juden und Christen, fremdes Leid wahrzunehmen undzu lindern und so Zeichen der Erlösung in einer unerlösten Welt zu setzen.Im Matthäusevangelium heißt es: "Nicht jeder, der zu mir 'Herr, Herr'sagt, wird in das Himmelreich kommen, sondern wer den Willen meinesVaters tut" (Mt 7,21). Die matthäische Gemeinde erkennt damit an, dasses in der Treue zur Tora eine Erlösung gibt, die sich nicht auf Jesus berufenmuss. Darum eint die Hoffnung auf die vollendete Erlösung Juden undChristen mehr, als sie die christliche Jesusinterpretation trennt.

IV. Biblische Ethik nimmt in Pflicht für dieWelt-Gesellschaft


1. Anschläge auf die Menschenwürde abwehren
Heute stehen Juden und Christen vor neuen gemeinsamen Aufgaben.Ihre biblische Ethik ist ein unaufgebbarer Maßstab zur Inspiration der gegenwärtigen Gesellschaft.So sind Juden und Christen gefordert, der fortschreitenden Ökonomisierungdes Menschen entgegenzuwirken, indem sie die weitgehende Vergötzung von Kapital und Wirtschaftsmacht aufdecken. Paradigmatischdafür ist ihr Einsatz für die Erhaltung des bedrohten Schabbat und desSonntags. Darin sind sie aber nur glaubhaft, wenn sie je für sich eine ihremGlauben entsprechende Kultur dieses Tages pflegen, die modellhaftwirken kann.Angesichts der anstehenden Sozialreformen in unserem Lande ist es zudemunsere gemeinsame Aufgabe, den Schwachen und Hilflosen verstärktGehör zu verschaffen und deren Rechte nachdrücklich zu verteidigen.Ein weiteres Feld für gemeinsames Handeln bilden die ethischen Problemeam Lebensanfang und Lebensende. Gemeinsam treten Juden undChristen für den unbedingten Schutz des menschlichen Lebens bis zumTod ein und halten es für unzulässig, dass Menschen von sich aus aktivdem Leben ein Ende setzen. Allerdings gibt es auch gewichtige, noch nichtgenügend ausgelotete Differenzen zwischen beiden. Nach katholischerLehre beginnt die Personenwürde des Menschen mit der Empfängnis,während diese Auffassung jüdischerseits nicht durchgängig geteilt wird.Darum kann das jüdische Religionsgesetz aus den gemeinsamen biblischenÜberlieferungen im Blick auf die Pränatal und Präimplantationsdiagnostikoder den Embryonenschutz andere Konsequenzen ziehen alsdie katholische Ethik. Trotz dieser Unterschiede sind sich Juden wieChristen jedoch einig darin, dass die sich aus seiner Gottebenbildlichkeitergebende Würde des Menschen, wie sie auch im ersten Artikel unseresGrundgesetzes verankert ist, nicht angetastet werden darf. Wo dieMenschenwürde nicht geachtet wird, ist nach ihrer Überzeugung auchder Rechtsstaat in seinen Grundfesten bedroht.

2. Judenfeindschaft - ein alter Skandal in neuem Gewand

Im Blick auf die Judenfeindschaft, die in jüngster Zeit in vielen Ländern erneutaggressiv auftritt, sind die Christen in die Pflicht genommen. Dieselbstverständliche Solidarität mit Juden erfordert es, dass die Verteidigunggegen judenfeindliche Übergriffe und Äußerungen in der Öffentlichkeitnicht Sache von Juden allein sein darf. Christen müssen allen Formender Judenfeindschaft, seien sie neu oder alt, auch öffentlich entgegentreten. Es gilt die Ursachen zu analysieren, die zu neuer Judenfeindschaft geführthaben. Auffällig sind insbesondere der starke Zulauf militanter islamistischerGruppen, die Wahlerfolge rechtsradikaler Parteien, das Erstarkenvon Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit, die Orientie-rungslosigkeitvieler Jugendlicher sowie die mangelnde Integration von Ausländern,Migranten und Randgruppen.Eine weitere Form des Antisemitismus ist oft mit der Kritik an der Politikdes Staates Israel verbunden. Juden erwarten zu Recht, dass zwischender Politik Israels und den Juden in Deutschland unterschieden wird. Allerdingssollte auch klar sein, dass eine begründete Kritik am Staat Israelund seiner Politik noch keinen Antisemitismus darstellt.

3. Ein offenes Gespräch mit dem Islam führen
Ohne ein intensives Gespräch der "monotheistischen Religionen" ist einfriedliches Zusammenleben der Menschen weder im Nahen Osten nochin Deutschland denkbar. Darum begrüßt der Gesprächskreis alle Initiativenzu einem oft als "abrahamisch" oder auch "trialogisch" bezeichnetenGespräch zwischen Vertretern von Juden, Christen und Muslimen.Es ist allerdings festzuhalten, dass die Beziehungen zwischen Juden,Christen und Muslimen sehr unterschiedlicher Art sind. Judentum undChristentum stehen in einem besonderen Verhältnis zueinander, weil siedie Hebräische Bibel, die von Christen "Altes Testament" genannt wird,miteinander teilen, während der Koran zwar auf Personen und Ereignisseim Alten und Neuen Testament Bezug nimmt, beide jedoch nicht als Offenbarungsschriftanerkennt. Darüber hinaus finden sich im Koran nebenpositiven Aussagen über Judentum und Christentum auch solche, die vonJuden und Christen als verzerrende Darstellung ihres Glaubens wahrgenommen werden.Der Gesprächskreis "Juden und Christen" wünscht ein offenes Gespräch,das um eines künftigen Einverständnisses willen auch die theologischeAuseinandersetzung nicht scheut, Diskriminierung anderer ablehnt undReligionsfreiheit und Schutz der Menschenrechte bejaht.Im Zentralkomitee der deutschen Katholiken gibt es einen Gesprächskreis"Christen und Muslime". Ein Kontakt beider Gesprächskreise ist für die Zukunft zu erwägen, wenngleich beide Kreise bisher unterschiedlicheSchwerpunkte für ihre Arbeit setzten. In Zukunft ist darauf hinzuarbeiten,einer Funktionalisierung von Glaubensinhalten für irgendwelche Interessenreligiöser oder politischer Art, wie sie in manchen Formen einesreligiösen Fundamentalismus erscheint, generell - auch in der eigenenGlaubensgemeinschaft - eine deutliche Absage zu erteilen und die Bemühungen vieler Muslime um ein friedliches Miteinander zu unterstützen.

4. In Öffentlichkeit und Schule wirken
Für den Gesprächskreis bleibt es eine ständige Aufgabe, die neuen Perspektivenund Erkenntnisse seiner Arbeit in die Öffentlichkeit zu tragen.Er wird die auf diesem Feld engagierten Akademien unterstützen undmuss Sorge dafür tragen, dass sie in Erwachsenenbildung, Gemeindearbeitund Medien noch mehr Resonanz finden. In Predigt und Katecheseist besonders darauf zu achten, dass Kenntnis und Verständnis des Judentumsund der Beziehungen zwischen Judentum und Christentum - auchden zahlreichen lehramtlichen Aussagen gemäß - vermittelt werden.Hierfür kommt dem Religionsunterricht die Aufgabe zu, die Ergebnissedes jüdisch-christlichen Gesprächs an die junge Generation heranzutragen.Zwar haben sich die Impulse des Gesprächskreises in den letztenJahrzehnten unübersehbar positiv ausgewirkt. Lehrpläne und Schulbücher,Unterrichtsmaterialien und Projektentwicklungen, Fachliteratur,Medien und Tagungen bieten den Lehrerinnen und Lehrern inzwischengute Hilfen, die zu einem verantworteten Umgang mit der Thematik "Judentum"führen können. Dennoch sind bei Schülerinnen und Schülern,gelegentlich auch bei Lehrerinnen und Lehrern, immer noch Defizite inder Kenntnis und im Verstehen christlich-jüdischer Themen festzustellen.Anders noch als in den Anfangszeiten des Gesprächskreises besucht heuteetwa ein Drittel aller Schülerinnen und Schüler überhaupt nicht mehrden Religionsunterricht. Die meisten von ihnen nehmen an Ersatzfächernwie Philosophie oder Lebenskunde/Ethik/Religion teil. Es stellt sich daherdie immer drängender werdende Frage, welches Verständnis des Judentumsund Christentums in der Schule auch außerhalb des Religionsunterrichtsvermittelt werden kann und soll. Den Lehrerinnen und Lehrern allerFächer wird in der Vermittlung entsprechender Einsichten und Kenntnisse, ohne die uns ein Verständnis unserer europäischen Kulturund Geschichte nicht möglich erscheint, eine wachsende Verantwortungzufallen.

5. Sich kritisch in die gesellschaftlichen Diskurse einbringen
Das biblische Gebot der Gottes- und Nächstenliebe (Dtn 6,5; Lev 19,18;Mk 12,28-31 parr.) verpflichtet Juden und Christen gleichermaßen. DasBekenntnis zu dem Einen Gott, den wir mit ganzem Herzen, ganzer Seeleund ganzer Kraft lieben sollen, verbindet uns auch über alle bestehendentheologischen Unterschiede und Gegensätze hinaus. Als Ebenbild Gottes("be-zelem elohim": Gen 1,26f) ist der Mensch zur Verantwortung seinesHandelns vor Gott gerufen, die sich nach rabbinischer Tradition im Tun,d.h. im gehorsamen Erfüllen von Gottes Geboten zeigt. Zugleich ist er alsEbenbild Gottes auf den Mitmenschen verwiesen, in dem er ebenfallsGottes Bild erkennt.Heute spricht die katholische Soziallehre von einer "Weltverantwortungdes Glaubens". Die jüdische Position betont, dass die Erwählung durchGott die Verpflichtung mit sich bringt, Gerechtigkeit und Frieden in derWelt zu fördern. Gemeinsam und auch je für sich haben also Juden undChristen die Aufgabe, sich für eine Welt nach Gottes Vorstellung einzusetzen.Wir sind davon überzeugt, dass ein gemeinsames Nachdenkenund Handeln in politischen und gesellschaftlichen Fragen auch für dieZivilgesellschaft notwendig und von Nutzen ist.Angesichts der gegenwärtigen Kritik am Monotheismus, dem gewalttätigerAbsolutheitsanspruch vorgeworfen wird, ist an den gemeinsamenethischen Auftrag zu erinnern, der sich aus der Verbindung des Menschenmit seinem Schöpfer ergibt und vor jeder Verabsolutierung von allem,das nicht Gott ist, bewahrt. Jüdischer und christlicher Gottesglaubeist daher eng mit einer umfassenden Totalitarismus- und Götzenkritikverbunden, die uns in einer säkularisierten Gesellschaft notwendigerdenn je erscheint.Gerade weil die religiösen Bindungen in unserer Gesellschaft sichtlichschwächer werden, kommt es darauf an, dass Juden und Christen ihreÜberzeugungen in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen und die Relevanzder biblischen Tradition für die Gestaltung der Gesellschaft zeigen. Diese Aufgabe wird zunehmend schwerer.
Dabei müssen sie auch dasGespräch mit Zeitgenossen suchen, die in keiner Glaubenstradition beheimatetsind oder religiösen Institutionen nicht angehören (konfessionsloseChristen oder institutionsferne Gläubige), die sich aber ernsthafteSorgen um Gerechtigkeit und Frieden auf Erden, um die Zukunftder Welt machen.Heute und in Zukunft sind Juden und Christen gemeinsam dafür verantwortlich,dass sie in einer weitgehend säkularisierten Umgebung handlungs- und gesprächsfähig bleiben.

V. Schluss: Gemeinsam "berufen, Segen für dieWelt zu sein"

40 Jahre nach "Nostra aetate" können wir dankbar feststellen, dass dieErklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils in der Christenheit Fruchtgetragen hat. Ähnliche Verlautbarungen und Initiativen der Kirchen derReformation haben dazu wesentlich beigetragen. Es scheint, dass dieHaupthindernisse aus dem Weg geräumt sind, die die Christen von denJuden getrennt und dem jüdischen Volk im "christlichen Abendland"schreckliche Leiden und blutige Verfolgungen bereitet haben. Der Vorwurfdes Gottesmordes, die Behauptung von der göttlichen Verwerfungdes erwählten jüdischen Volkes und die unchristliche Legitimation des Judenhassessind von den Kirchen unmissverständlich verurteilt worden.Stattdessen ist uns Christen bewusst geworden, dass wir mit dem Judentumvon der Wurzel her verwandt sind und dass wir uns ohne das Judentum nicht richtig verstehen können.Diese geschichtliche Wende ist nicht mehr rückgängig zu machen. Dasgeistliche Band, das Juden und Christen zusammenschließt, darf nichtmehr zerrissen werden! Gott sei Dank ist diese Botschaft auch inDeutschland, dem Land der Schoa, angekommen. Dennoch ist die Gefahrdes Antisemitismus keineswegs gebannt. In neuer Gestalt bricht er immer wieder in allen Teilen der Welt auf, leider auch in Deutschland.Deshalb ist die Aufgabe des Gesprächskreises "Juden und Christen" beimZentralkomitee der deutschen Katholiken nicht beendet. Das bisher Erreichte genügt nicht. Dem gelegentlich geäußerten Vorwurf, einem Hobbyanzuhängen oder eine Lobby zu sein, treten wir entgegen. Das christlich-jüdische Gespräch ist keine beliebige Zutat; für Christen gehört esins Zentrum ihrer Identität. Wir wissen, dass wir gerade in der heranwachsendenGeneration Frauen und Männer brauchen, die sich mit neuenIdeen und großer Tatkraft für dieselben Anliegen unter verändertengesellschaftlichen Verhältnissen einsetzen.Dabei müssen wir zum einen das Gedenken an die Schoa wach halten undes in der vierten Generation nach dem Zweiten Weltkrieg einwurzeln.Wir haben an die Ursachen, auch an den innerkirchlichen Antijudaismus,zu erinnern, die zur Schoa führten. Zum anderen wird sich unsere Arbeitstärker darauf richten, die Bewegung von Christen und Juden aufeinanderzu in Zukunft stärker auf die gemeinsame Verantwortung für unsere gefährdeteGesellschaft und Welt zu konzentrieren. Dafür nimmt uns auchdie nachdrückliche Einladung von Papst Johannes Paul II. in Pflicht, die ervor 25 Jahren in Mainz ausgesprochen hat: "Juden und Christen sind alsSöhne (und Töchter) Abrahams berufen, Segen für die Welt zu sein". Wirhoffen, auch die Muslime, die sich ebenfalls auf die Abrahamskindschaftberufen, für diese Verpflichtung zu gewinnen. Möge der Herr der Geschichte unser Vorhaben segnen!

Literaturhinweise
Die Kirchen und das Judentum, Bd. 1: Dokumente von 1945 - 1985,hrsg. v. Rolf Rendtorff, Hans Hermann Henrix, Paderborn undGütersloh 1987; Bd. 2: Dokumente von 1986 - 2000, hrsg. v. HansHermann Henrix, Wolfgang Kraus, Paderborn und Gütersloh 2001(in dieser Quellensammlung sind alle wichtigen Dokumente desJudentums und der verschiedenen christlichen Konfessionen bis zumJahr 2000 zusammengetragen)- Päpstliche Bibelkommission, Das jüdische Volk und seine HeiligeSchrift in der christlichen Bibel (Verlautbarungen des ApostolischenStuhls Nr. 152, hg. v. Sekretariat der Deut-schen Bischofskonferenz),Rom 2001- Hanspeter Heinz (Hg.), Um Gottes willen miteinander verbunden.Der Gesprächskreis "Juden und Christen" beim Zentralkomitee derdeutschen Katholiken, Münster 2004- Erwin Dirscherl, Werner Trutwin (Hg.), Redet Wahrheit - DabruEmet. Jüdisch-christliches Gespräch über Gott, Messias und Dekalog,Münster 2004

Mitglieder des Gesprächskreises "Juden und Christen"beim ZdK
Vorsitzender:Prof. Dr. Hanspeter Heinz, AugsburgGeschäftsführer:Rektor Dr. Detlef Stäps, BonnJüdische Mitglieder:Daniel Alter, BerlinRabbiner Dr. Henry G. Brandt, AugsburgDr. Edna Brocke, Essen Prof. Dr. Micha Brumlik, FrankfurtProf. Dr. Ernst Ludwig Ehrlich, Riehen/BaselRabbiner Dr. Walter Homolka, BerlinRuth Kahana-Geyer, LissabonDr. Uri Kaufmann, DossenheimPetra Kunik, FrankfurtEllen Presser, MünchenProf. Dr. Michael Signer, Notre Dame/USADr. Hermann Simon, BerlinChristliche Mitglieder:Prof. Dr. Reinhold Bohlen, WittlichProf. Dr. Wilhelm Breuning, BonnProf. Dr. Christoph Dohmen, OsnabrückProf. Dr. Hubert Frankemölle, PaderbornDr. Wilfried Hagemann, MünsterDr. Hans Hermann Henrix, AachenProf. Dr. Herbert Immenkötter, AugsburgProf. Dr. Klaus Kienzler, AugsburgDr. Ansgar Koschel, FrankfurtProf. Dr. Verena Lenzen, LuzernDagmar Mensink, BerlinWerner Trutwin, BonnRita Waschbüsch, Lebach-LandsweilerProf. Dr. Josef Wohlmuth, BonnProf. Dr. Erich Zenger, Münster

Gäste der Münchener Akademietagungen 2003 und 2004
PD Dr. Regina Ammicht-Quinn, FrankfurtPère Patrick Desbois, ParisProf. Dr. Erwin Dirscherl, RegensburgFrater Elias Füllenbach OP, DüsseldorfProf. Dr. Gregor Maria Hoff, SalzburgDr. Lydia Koelle, BonnDr. Stanislaw Krajewski, WarschauPfarrerin Katja Kriener, DüsseldorfDr. Maria Neubrand, EichstättDr. Norbert Reck, MünchenPater Dr. Christian M. Rutishauser SJ, Edlibach/ZugProf. Dr. Hans-Joachim Sander, SalzburgProf. Dr. Susanne Sandherr, MünchenProf. Dr. Heinz-Günter Schöttler, BambergProf. Joseph Sievers, RomProf. Dr. Clemens Thoma, LuzernProf. Dr. Hans G. Ulrich, ErlangenPD Dr. Joachim Valentin, Freiburg


Erklärungen, Stellungnahmen und Arbeitspapiere des ZdK(1)

08.05.1979 Theologische Schwerpunkte des jüdisch-christlichen Gesprächs
11.1988 Nach 50 Jahren - wie reden von Schuld, Leid und Versöhnung?26.04.1990 Kloster und Kreuz in Auschwitz?
02.11.1993 Das Selbstverständnis des deutschen Katholikentags05.12.1994 Den Weltfrieden fördern und sichern - eine solidarische Pflicht derStaatengemeinschaft
25.11.1995 Solidarität und Dialog. Wort des ZdK zum 30. Jahrestag der Verabschiedung derPastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils "Gaudium et spes"
27.04.1996 Nachhaltige Armutsbekämpfung durch stärkere Armenorientierung derEntwicklungszusammenarbeit1
9.11.1996 Juden und Judentum im neuen Katechismus der Katholischen Kirche
29.08.1997 Stellungnahme des ZdK zum Menschenrechtsübereinkommen zur Biomedizin desEuroparats
04.09.1998 Nachdenken über die Schoa. Mitschuld und Verantwortung derkatholischen Kirche
20.11.1998 Beschäftigung schaffen ist sozial. Neue Beschäftigungsinitiativen fürLangzeitarbeitslose
16.02.1999 ZdK fordert verbesserte Schutzbestimmungen zur Vermeidung von Abtreibungenbei zu erwartender Krankheit oder Behinderung des Kindes
24.03.1999 Religionsunterricht an öffentlichen Schulen sichern und entwickeln
20.11.1999 Kultur als Aufgabe für Staat und Kirche
09.02.2000 Generationengerechtigkeit sichern. Eckpunkte des ZdK für eine Rentenreform 2000
18.05.2000 Manifest für ein europäisches Bewusstsein (dt., fr., engl., ital., poln., sp, tsch.)
23.05.2000 Stellungnahme der Ad-hoc Arbeitsgruppe "Zukunft des Wehrdienstes" des ZdK
30.05.2000 Hamburger Memorandum deutscher Katholiken
21.07.2000 Papst Pius IX. und die Juden
25.11.2000 Die Gemeinde von heute auf dem Weg in die Kirche der Zukunft
01.03.2001 Der biomedizinische Fortschritt als Herausforderung für das christlicheMenschenbild
04.05.2001 Beschluss der Vollversammlung des ZdK zu Fragen der biomedizinischenEntwicklung und ihrer ethischen Bewertung08.06.2001 Die Herausforderungen der Einwanderungsgesellschaft annehmen
23.11.2001 Gewalt zurückdrängen: Kleinwaffen wirksam kontrollieren
24.11.2001 Ermutigung zur Ökumene25.01.2002 Mit Behinderung leben: Familiennetze stärken
03.05.2002 Rahmenbedingungen für das Gelingen stabiler Partnerschaften in Ehe und Familieverbessern
22.11.2002 Für eine wertgebundene europäische Verfassungsordnung
09.05.2003 Internationale Finanzmärkte - Gerechtigkeit braucht Regeln
21.11.2003 Vertrauen stärken - Verantwortung tragen - Solidarität erhaltenZur Bedeutung der Pflege in einem leistungsfähigen Gesundheitswesen
22.11.2003 Agrarpolitik muss wieder Teil der Gesellschaftspolitik werden
12.05.2004 Politische Erklärung des ZdK aus Anlass der sechsten Wahlen zum EuropäischenParlament am 13. Juni 2004
15.06.2004 Für eine Kultur des Ehrenamtes
16.06.2004 Wissenschaftsthemen sind Zukunftsfragen
19.11.2004 Zur Zukunftsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung
20.11.2004 Den Skandal von Menschenhandel und Zwangsprostitution bekämpfen1) Diese Liste enthält die Erklärungen, Stellungnahmen und Arbeitspapiere des ZdK, die zum Zeitpunktder Veröffentlichung dieser Broschüre noch nicht vergriffen waren. Zahlreiche Erklärungen des ZdKfinden Sie auch im Internet unter www.zdk.de.

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Inserito 01/01/1970